Innovatives Verfahren im Straßenbau sorgt für Einsparungen für Gemeinde und Bürger

Zahlreiche Grundstückseigentümer kennen die Situation aus eigener Erfahrung: Die Straße vor dem Haus wird grundhaft saniert und im Anschluss werden bis zu 75% der Kosten auf die Grundstückseigentümer umgelegt um die Sanierung zu finanzieren. Schnell kommt hier ein fünfstelliger Betrag auf die Eigentümer zu. „Mit einer Verfahrensänderung im Straßenbau können die Kosten soweit gesenkt werden, dass die Gemeinde Einsparungen vornimmt und gleichzeitig die Bürgerinnen und Bürger keinen Euro zahlen müssen“, äußert sich der Bürgermeisterkandidat Neumann zu den Straßenbeitragsgebühren.

GNZ vom 03.11.2018

Durch ein Konzept, das sich in anderen Gemeinden bereits bewährt hat, werden Anlieger und Gemeinde entlastet sowie der Zustand der Straßen deutlich verbessert.
Reparaturen einer bestehenden Straße werden vom Verwaltungshaushalt von der Gemeinde finanziert. Bei einer grundhaften Sanierung allerdings kommt die Straßenbeitragsgebühr zum Tragen und der Anwohner wird zur Kasse gebeten. Kommunale Straßen wie in Gründau bestehen vereinfacht dargestellt aus einer Frostschutzschicht, einer Tragschicht und einer 4cm starken Deckschicht, welche der eigentliche Fahrbahnbelag ist.
Derzeit werden in Gründau die Schäden immer wieder durch Flickarbeiten der Deckschicht repariert.
Diese Flickschusterei führt dazu, dass die Straßenbeläge im Winter bei Frost wieder aufplatzen. Irgendwann ist dann ein Zustand erreicht, bei dem eine grundhafte Sanierung unumgänglich wird.

Neumann stellte sich die Frage, wie die Gemeinde zukünftig kostspielige Sanierungen verhindern und somit die Gemeindekasse und den Bürger entlasten kann? Bei der Gemeinde Rednitzhembach in Bayern wurde er fündig. Dort macht man es seit Jahren erfolgreich vor. In einem innovativen Verfahren wird die oberste Deckschicht einer kompletten Straße abgefräst und nachhaltig zu 100 % recycelt. Dadurch werden Flickstellen und Risse vermieden.

„Seit 19 Jahren baut die Gemeinde Rednitzhembach ihre Straßen mit diesem Verfahren aus. Folgen: Die Gemeinde hat 1,5 Millionen Euro im Straßenbau gespart. Da nur repariert und nicht saniert wurde, mussten keine Straßenbeitragsgebühren erhoben werden. Andernfalls hätten die Bürgerinnen und Bürger mit über 7 Millionen Euro an den Straßensanierungen beteiligt werden müssen. Obendrein sind die Straßen in der kompletten Gemeinde in einem einwandfreien Zustand“, stellt Neumann fest.

Daher plädiert der SPD-Bürgermeisterkandidat für eine rasche Umstellung des Verfahrens: „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Es gibt erfolgreiche Konzepte, die wir in Gründau anwenden können, um die Sicherheit im Straßenverkehr herzustellen und die Kassen der Gemeinde und der Bürgerinnen und Bürger zu entlasten. Langfristiges Ziel muss es sein, die Anliegergebühren komplett abzuschaffen.“